Aus dem Jahr 2004
Diese Zeit
Und die wunderbare Dunkelheit
überzieht wieder alles
mit dem Hauch
der Ruhe…..
die Bäume atmen still
und flüstern leise,
die Wolken stimmen die Instrumente
für die Nacht……
Und ich darf mich setzen
der Sinfonie zu lauschen,
das Lächeln des abgelegten Tages
in den Augen,
berühren meine Hände sanft diese Nacht,
die mit mir wacht
nicht das Räuspern einer menschlichen Ungeduld
noch die Unruhe eines eilenden Schrittes
begleiten diese Mussestunden -
mehr, es ist als lebte erst jetzt all das,
was dem Herzen und dem Geiste Freude macht.
(c) 2004
————————————————-
Einsam
Ich sehe sie alle hetzen
in den Feierabend
dem Essen und Trinken entgegen
den banalen Vergnügungen entgegen
denen sie sich hingeben
unzufrieden oft und doch
nicht immer wissend
dass es ihnen so unglaublich gut
geht.
Ich gehöre nicht mehr dazu,
darf nur beitragen zum allgemeinen
Wohlbefinden
ich bin nur noch ein zahlendes Mitglied
dieser Gesellschaft
welches nicht einmal vom Brot
der Sozialität kosten darf
Ich bin die Pfütze in der sich
der fremde Wohlstand spiegelt.
Ich bin ein stummer Schrei
den niemand hört.
Ich will nicht mehr sein
Ich wohne unter der
Postleitzahl Dunkelziffer
in der Einsamkeitsstrasse
Nummer Null
Ich habe vier Zimmer
Das Zimmer der schlaflosen Nächte
Das Zimmer der Traurigkeit
Das Zimmer der Einsamkeit
Das Zimmer für die stummen Schreie
und im Hausflur ist niemand.
(c)2004
——————————————-
Der Mantel des Vergessens
Mag sein du hast
dir den Mantel des Vergessens
über die kalten Schultern geworfen
du steckst die Fäuste tief in
die Taschen und
schlägst den Kragen hoch,
damit nur niemand das schlagende
Herz am Halse pulsieren sieht.
Deine Augen schauen nicht mehr hoch
zu den kleinen Glücklichkeitswolken
die ich dir früher schickte
sie hängen schwer über den Bergen
deines Schweigens.
Ich muss in deinen Büchern der
Pflichterfüllung die müden Worte
mit der Lupe lesen
während jemand anders dir
die Lampe halten darf.
Mein stilles Lächeln welches
du geliebt hast
- zumindest sagtest du es so -
stirbt jeden Tag ein wenig mehr
im stickigen Dunst der
Einsamkeit.
Traurig bin ich unter blühenden
Magnolienbäumen, berühre
das sich wärmende Gras mit kalten
Fingern, höre lieber Vögel singen
als Menschen reden
denn sie machen mich stumm.
Alles macht mich stumm.
(c)2004
———————————————-
Schattenbäumchen
Wie ein Baum
habe ich mir die Rinde
schälen lassen
von den Jahren
von den Menschen
vom Leben.
Manche Kerbe trage ich
die Wurzeln beugen meinen
schmalen Stamm
neigen mich zur Erde hin.
Stumm stehe ich da
strecke meine Äste oft
vergeblich zum Licht,
manchmal verirrt sich
ein Gedankenvogel im
verwirrten Geäst.
Das sind Schattenbäumchens
Sonnenstunden
(c)2004
———————————————–
In der Nacht singt mein Schmerz
der am Tag stumm schreit
In der Nacht sammle ich
in einem unfassbaren Becken
die Kraft
für die grelltoten Tage
In der Nacht darf ich
meine Worthaut mit
Samt bekleiden
weich hingegeben in mir
selbst sein
(c) 2004
———————————————–
Ausgebreitet wie Seidenfäden
schwebt mein Haar
über deine nackte Brust
bergen deinen Herzschlag.
Meine Hände atmen noch
die Augenblickswellen
aus dem Meer des
jetzt-sterben-wollens
getragen in der Geborgenheit
deines warmen Schosses
tanzen meine Sinne
in die Ebbe der Nacht
Begleitet von deinem
sanften Fingerspiel
und lächelnd beginne ich
die nächste Flut auf deine
Haut zu malen
(c) 2004)
—————————————–
