Sommer – Ein Gedicht – so oder so

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Sommer

Fotografie by Brynhild

Das ist des Sommers tiefe Güte
und seines Segens schönste Tat,
daß er in heller Stille naht
und lächelnd Blüte rings und Blüte
verstreut wie eine bunte Saat.

Mit schlanken Händen, ohne Trauern,
löst er die Rosen von den Mauern,
daß nicht ein schmerzlich Überdauern
an welkgewordnen Zweigen bebt.

Wie schön, im Taumel junger Stunden
bis in den Tod sich zu verwunden,
eh wir des Rätsels Qual empfunden,
daß wir gelebt !

Martin Boelitz (1874-1918)

Gedicht gefunden bei meiner Arbeit – in einem Buch von 1929 – Die Brücke – Ein Buch niederrheinischer Dichtung der Gegenwart (welche dazumal war 1929)

Sommerfrische

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Sommerfrische

(Fotografie by Brynhild Mai 2010)

Zupf dir ein Wölkchen aus dem Wolkenweiß,
Das durch den sonnigen Himmel schreitet.
Und schmücke den Hut, der dich begleitet,
Mit einem grünen Reis.

Verstecke dich faul in der Fülle der Gräser.
Weil`s wohltut, weil`s frommt.
Und bist du ein Mundharmonikabläser
Und hast eine bei dir, dann spiel, was dir kommt.

Und lass deine Melodien lenken
Von dem freigegebenen Wolkengezupf.
Vergiss dich. Es soll dein Denken
Nicht weiter reichen als ein Grashüpferhupf.

Joachim Ringelnatz
(1883-1934)

Zwischendurch und Mittendrin….Sommerliches Schweigen/Schwelgen

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